Interview über meine Arbeit als Job Coach und meine Buchveröffentlichung

Svenja Hofert hat mit mir vergangene Woche ein Interview über mein kürzlich erschienenes Buch “Business Coaching bei Menschen mit psychischer und/oder geistiger Behinderung” geführt.

Das Ergebnis ist unter folgendem Link zu sehen.

Vielen Dank nochmals an Frau Hofert und den Karriereexperten für das Interesse an diesem Thema !

Interview

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Coaching ohne Handicap: Interview mit Jens Jannasch

jensjannaschJens Jannasch ist zertifizierter systemischer Coach der Freien Universität Berlin. Ich habe ihn für ein Interview in meinen Blog ausgewählt, weil er etwas Ungewöhnliches tut: Seit fünf Jahren arbeitet er hauptberuflich als Jobcoach in einer der größten Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Über dieses spannende Thema hat er auch ein Buch geschrieben.

Während des Studiums habe ich als Nebenjob u.a. Menschen mit Down-Syndrom betreut. Kann man Menschen mit Behinderung coachen? Auch aus meiner Erfahrung in dieser Arbeit stelle ich mir das schwierig vor…

Doch das geht. Selbstverständlich auch abhängig von der Schwere der Behinderung. Natürlich braucht man etwas andere Herangehensweisen und mehr Zeit, um Übungen zu erklären. Aber die Wirkung ist erstaunlich – und nicht anders wie bei jedem anderen auch. Coaching öffnet neue Perspektiven und kann einen Motivationsschub auslösen.

Mit welchen Tools arbeitest du dabei?

….

das komplette Interview finden sie
hier

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Das „U“ im Coachingprozess – ein Verlaufmodell nach Otto Scharmer

Es gibt Fragestellungen, bei denen hilft ein Coach in zwei bis drei Settings. Man benötigt das Coaching, um von außen auf sein/ihr System zu gucken und den weiteren Weg zu definieren. Es gibt aber auch Fragestellungen, da benötigt man den Coach für den Prozessverlauf länger. In meinem letzten Artikel habe ich schon angesprochen, dass es Coachees gibt, die einen Coach auch nach Beantwortung der zu Beginn formulierten Fragestellung benötigen. Denn es haben sich mit der Beantwortung neue Fragen aufgetan. Oder der Coachee muss auf dem Weg zur Umsetzung begleitet und motiviert werden. Hier arbeite ich sehr gerne nach dem „U Modell“ von Otto Scharmer, Senior Lecturer am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Gründer des Presencing Instituts in Cambridge, Mass., welcher an dieser Stelle kurz skizziert sei:

Zu Beginn des Coachings wird zunächst

– die aktuelle Situation vergegenwärtigt (OBSERVE) Das heißt, es wird alles an Informationen
gesammelt. Der Ist- Zustand.

– Dann schaut man sich das ganze Gesammelte an (SEEING FROM THE WHOLE). Es werden die
Zusammenhänge ohne Wertung dargestellt. Es ergeben sich hier oftmals schon erweiterte
Sichtweisen.

– Einer der „Knackpunkte“ ist dann das Loslassen (LETTING GO). Oft gibt es Situationen, bei
denen wir eigentlich wissen, was wir tun müssen, damit es uns besser geht. Aber dieser Schritt ist
oftmals der schwierigste.

– Man benötigt Raum und Zeit um Neues entstehen zu lassen (LETTING COME) Es werden die
Intuitionen geweckt und Möglichkeiten gestaltet.

– Und wie geht man dann mit der neuen Situation um ? Was kommt dann ? Im CRYSTALLIZING
werden Themen visualisiert, Visionen entwickelt.

– Es werden Modelle definiert. Strategien und Lösungen erarbeitet. Verschiedene Varianten
beleuchtet. Es wird versucht, was geht (PROTOTYPING)

– Zum Ende des Prozesses wird dann der Lösung Gestalt gegeben. Ein Name gesetzt.
Beschreibungen erarbeitet und Ergebnisse umgesetzt. Das „Neue wird gelebt“ (PERFORMING)

Warum ist das U Modell so wertvoll? Man kann dem Coachee aufzeigen, wo er/ sie sich gerade befindet – aber auch, was noch getan werden kann. Für einige Coachees ist gerade dies wichtig, damit sie nicht das Ziel aus den Augen verlieren, bildlich den weiteren Werdegang vor Augen haben oder nachvollziehen können, dass es nicht eine Veränderung „von Heute auf Morgen“ geben kann.

 

 

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