Mein Interview für die F.A.Z.: Wie gelingt der Wiedereinstieg nach längerer Auszeit?

Für die Rubrik „Karriere“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung habe ich erneut ein Interview gegeben.

Diesmal über das spannende Thema, wie ein Wiedereinstieg nach einer längeren Auszeit in das Berufsleben aussehen kann und wie man es gestalten sollte. Und welche Unterschiede es hier gibt zwischen einem Krankheitsbedingten Ausfall, einer geplanten Auszeit wie zum Beispiel ein Sabbatical oder einer Elternzeit.

lesen Sie gerne den Artikel mit beigefügtem Link direkt in der FAZ Online:

https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/die-karrierefrage/die-karrierefrage-wie-gelingt-der-wiedereinstieg-nach-laengerer-auszeit-19554389.html

Haben Sie auch die selbe Fragestellung oder eine ähnliche?

Gerne stehe ich für Sie als Coach an Ihrer Seite zur Verfügung

Herzliche Grüße

Jens Jannasch

Herausforderungen im Home Office – mein Interview für Deutsche Welle DW Russland

DW: „Spätestens mit dem neuen Shutdown sitzen viele Angestellte wieder im Homeoffice, die Politik diskutiert sogar einen Anspruch auf Heimarbeit. Gleichzeitig sagen viele, die von zu Hause aus arbeiten, dass das Homeoffice Motivationskiller sein kann. Wie kann man effektiv im Homeoffice arbeiten? Können Sie irgendwelche Tipps geben?“

Gerne beantworte ich Ihnen hier ein paar Fragen zum Thema Home Office, was ja tatsächlich aktuell heiß diskutiert wird. Was nun der richtige Weg ist und was nicht kann denke ich niemand endgültog beantworten, da es jeder für sich „herausfinden“ muss ob HomeOffice zu ihm passt oder nicht. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich den Gedanken vom Home Office immer sehr charmant fand.

Das entspannte Bild im Homeoffice auf der Couch hat nichts mit der Realität zu tun“

Man sieht in den Medien hierzu schicke Wohnzimmer, man setzt sich mit Kuscheldecke und einen heißen dampfenden Kaffe auf sein Sofa und nimmt entspannt den Laptop auf den Schoß. Spätestens am ersten Tag HomeOffice merkt man aber: das hat alles nichts mit der Realität zu tun.

Als erstes fällt vielen auf: das Gefühl zu Hause zu bleiben während der Arbeitszeit setzt einige psychisch unter Druck. Nicht wie gewohnt den morgentlichen Rhytmus nachzugehen. Hier merken schon die ersten, dass es sich „komisch“ anfühlt nicht am gewohnten Arbeitsplatz zu sein, auch wenn man ihn an sich gar nicht so prickelnd findet. Dann geht es weiter mit der Ausstattung. In vielen Unternehmen ist die digitale Infrastruktur noch gar nicht vollumfänglich abrufbar. Sei es ein VPN Zugang um auf die digitalen Akten zuzugreifen oder fehlende Datenschutzberechtigungen diese auf externen PCs abzurufen. Ebenso fällt dann eventuell auf, dass die Datengeschwindigkeit zu Hause viel schlechter ist als im Büro. Zumal in Ballungsgebieten zahlreiche Menschen zur gleichen Zeit zu Hause arbeiten und man, wenn man nicht gerade ein teures Glasfaserdatenkabel hat, spürbar langsamer im Netz unterwegs ist.

Schnell merkt man auch, dass die Idylle gemütlich mit dem Laptop auf dem Schoß zu arbeiten eine Katastrophe ist. Sowohl ergonomisch bedenklich, als auch praktisch kompliziert. Schließlich ändert sich ja nichts am Aufgabenumfang den man zu Hause erledigen muss. Denn HomeOffice heißt nicht Frühjahrsputz, sondern es ist auch rein arbeitsrechtlich eine Verpflichtung hier dem Arbeitgeber im gewohnten Umfang die Arbeitsleistung zu liefern. Nur eben von einem anderen Ort aus.

DW: „Ist das Homeoffice generell empfehlenswert oder nicht?“

Ich kenne viele die, nach dem sie schnell die Illusion des „gechillten“ Sofaarbeitens ad acta gelegt haben merken, dass sie sich zunehmend zu Hause unwohl fühlen. My home is my castle. „Früher“ hat man Feierabend gemacht, den Kopf probiert abzuschalten und die Arbeit aus den eigenen 4 Wänden versucht weitestgehend raus zu lassen. Nun ist die geballte Ladung Arbeitsleben in mitten der privatesten Intimsphären. Zu Hause. Nicht jeder hat die Möglichkeit sich seinen Arbeitsplatz an einem großen Esstisch aufzubauen. Sich Büromäßig einzurichten und zu organisieren. Dazu fehlt oftmals einfach der Platz. Und so wird aus der Idylle Homeoffice ein Chaos. Akten, Papiere, PC, Unterlagen liegen neben Zeitungsabos, Werbung, Rechnungen, Frühstücksteller. Privat und beruflich vermischt sich immer mehr und es fällt oft schwer hier zu trennen.


Zu dem gibt es beim Home Office auch zwei Lager. Die einen können zu Hause sich nicht konzentrieren und machen alles außer sich auf die Arbeit zu fokusieren. Das aber nicht aus Gleichgültigkeit sondern weil sie es nicht schaffen sich zu Hause am Esstisch auf die Abeit zu konzentrieren. Es fällt auf, dass zunächst der Geschirrspüler ausgeräumt weden muss, der Tisch abgewischt werden müsste, der Boden könnte auch mal durchgefegt werden. Jetzt fehlt auch noch die Milch für den Kaffee, also nochmal schnell zum Einkaufsladen. Und schon sind mehrere Stunden um ohne effektiv gearbeitet zu haben- was dann in Stress und einem ordentlich schlechten Gewissen ausarten kann.

DW: „Welche positive und negative Erfahrungen haben Sie persönlich im Homeoffice gemacht?“

Ich gehöre zu dem andere Lager. Es loggt sich früh morgens am PC ein und ackert ohne Pause durch. Kaffee trinken? Oh nein! Ich bin doch zu Hause und nicht im Büro, da kann ich jetzt keinen kaffee trinken. Frühstückspause: Fehlanzeige. Schnell ein Knäcke am PC essen. Der Frühstückstisch ist ja eh mit den Arbeitsmaterialien belegt. Das Gefühl immer zu jeder Minute erreichbar und präsent zu sein um den Chef zu zeigen: ich arbeite tatsächlich zu Hause und liege nicht auf der Couch.
Natürlich gibt es noch ganz viele Menschen die eine Mischung aus allem sind 🙂

„Home Office meets Home Schooling – Großraumatmosphäre am Wohnzimmertisch“


Richtig kompliziert wird es dann noch, wenn ein Kind im HomeSchooling ist. Ein Kraftakt wenn es mehrere Kinder sind. Da macht der Internetanschluss schnell schlapp. Vorausgesetzt es gibt (was eigentlich utopisch ist) für jeden der zu Hause ist einen eigenen PC. Wo soll das alles stehen? Der Jüngste hat eine Deutsch Videokonferenz zur gleichen Zeit wie die Große eine Englischkonferenz Online hat. Man selbst bekommt einen Anruf von einem Kunden. Großraumbüroatmosphäre am Wohnzimmertisch. 

Man schreibt gerade ein Angebot. Die Kinder müssen aber ihre Arbeisblätter ausgedruckt bekommen. Und die bearbeiteten wieder hoch laden. Und alle Eltern wissen: auch das noch so brave Kind hält es keine 8 Arbeitsstunden aus Rücksicht auf das HomeOffice zu nehmen.
Ich habe mich mit vielen unterhalten, die das HomeOffice als ein absoluten Wunscharbetsplatz beschrieben haben. Aber seit den LockDowns und der praktischen Erfahrung damit ihre Meinung grundlegend geändert haben. Sei es auf Grund der oben genannten Prolematiken oder weil sie einfach gemerkt haben, dass der direkte Austausch mit einem Team und mal eben ein Feedback im Nachbarbüro zu bekommen unersetzlich sind.

Coachees von mir, welche sich mit dem Home Office optimal arrangiert haben berichten aber auch teilweise, dass sie sich sozial fast gänzlich isoliert haben, wobei sie auch hier aufpassen müssen nicht in eine völlige Isolation zu geraten aus der sie nicht mehr ohne Unterstützung heraus finden.
Ein idealer Arbeitsplatz wäre, so berichten die meisten, wenn man sowohl einen Platz in der Firma hat, unter anderem auch für den sozialen Austausch und Meetings, aber auch die Möglichkeit hat bei Bedarf von zu Hause zu arbeiten.

Was eine weitere positive Erkenntnis der LockDowns ist: Es ist viel effektiver Meetings in anderen Städten oder mit langer Anfahrtszeit als Zoom/Skype/ Teamsmeeting zu machen als den ganzen Tag für wenige Stunden Besprechung umher zu reisen. Natürlich gibt es Meetings/ Geschäftsgespräche welche ein persönliches treffen nicht ersetzen können. Aber ein Großteil der Geschäftsreisen wurde für die Zukunft hinterfragt.

DW: „Wie motivieren Sie sich in Ihrer Arbeit, wenn Sie im Homeoffice sitzen?“


Ich persönlich war (und bin) eher der Typ, der keine Pausen gemacht hat und stark durstend neben der Wasserflasche saß und ein schlechtes Gewissen hatte mal kurz den Küchentisch zu verlassen. Aber auch ich habe mich arrangiert und durch Gespräch dazu gelernt. Ich habe in meinem Outlook Frühstück- und Mittagspausen und Feierabend als Terminserie eingepflegt und probiere diese auch einzuhalten. Da meine Tochter im HomeSchooling ist arbeiten wir viel gemeinsam an einem Tisch. Nur zu Meetings und Telefonaten gehen wir in ein anderes Zimmer und schließen die Tür hinter und uns probieren in dieser Zeit Rücksicht zu nehmen. Was meistens funktioniert 😉 Und wir wissen es seit dem Lock Down viel mehr zu schätzen in einer Wohnung mitten in Berlin zu leben, in welcher wir die Möglichkeit haben uns zurück zu ziehen.

Das Interview führte Natalija Korolewa

Anbei der Link zu der Veröffentlichung auf Deutsche Welle Russland.

https://www.dw.com/ru/kak-ne-vygoret-na-udalenke-sovety-nemeckogo-biznes-trenera/a-56221237

Wie kommen Sie durch diese Zeit und welche Erfahrung haben Sie mit Home Office gemacht?

Gerne können Sie Ihre Erfahrungen in die Kommentarleiste schreiben und damit eventuell anderen Tips, Anregungen geben oder einfach zeigen: hey: mir geht es geau so (gut/schlecht) wie den anderen!

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Gesundheit und kommen Sie gut durch die Zeit!

Perspektivenwechsel – kommen Sie mit sich selbst ins Gespräch!

„Mit dem Perspektivenwechsel in eine andere Rolle schlüpfen“

In diesem Videointerview erkläre ich aus meiner praktischen Arbeit, welche Möglichkeiten es mit dem systemischen Coaching Tool „Perspektivenwechsel“ gibt.

„Wieso kommen die Kunden nicht zu mir?“

Die Einen wollen verstehen, warum der neu eröffnete Laden um die Ecke viel mehr Kunden hat, als das eigene Geschäft- obwohl die Angebote und Preise sehr ähnlich sind.

„Weshalb ist meine Kollegin so distanziert mir gegenüber?“

Eine andere Coachee versteht nicht, warum eine Kollegin ihr gegenüber so distanziert und abweisend ist. Und deshalb fachliche Zusammenarbeit sehr schwer fällt.

„Warum wurde ich nicht angenommen?“

Wieder andere Coachees stellen sich die Frage, warum sie nicht in der Firma X oder y angenommen wurden obwohl sie ihrer Meinung nach sehr gute Bewerbungsunterlagen hatten und gute Vorstellungsgespräche geführt haben.

„Ich als Coach gebe keine Antworten. Ich zeige Wege, sich diese selbst zu beantworten“

Bei all den Fragestellungen habe ich als Coach nicht die Antworten gegeben. Ich habe keine Ratschläge gegeben, keine Geschäfte besucht und verglichen, keine Bewerbungsunterlagen gesichtet.

Alle Fragen habe ich bei dem Coachee gelassen. Mit einem Unterschied: jeder Coachee sollte sich in die Rolle „des Anderen“ begeben. Aus der eigenen Rolle raus, im Rahmen einer systemischen Aufstellung in die Rolle des Kunden, des Personalchefs oder der Kollegin rein. Und somit mit sich selbst – über sich ins Gespräch kommen.

Das Ergebnis:

Der Geschäftsinhaber hat selbst aus der Perspektive des Kunden sein eigenes Geschäft kritisch begutachtet und verstanden, was er unternehmen muss um sein Profil zu schärfen. Wie er neue Kunden gewinnt, alte Kunden behält. Mit der Unterstützung weiterer Coachingtools hat er eine Neuausrichtung seines Geschäfts erarbeitet.

Der Bewerber hat festgestellt, dass aus Sicht des Personalchefs seine Bewerbungsunterlagen nicht konkret auf die Stelle zugeschnitten waren und hat diese entsprechend optimieren können. Er hat sich auch auf Eigeninitiative in Unternehmen beworben, an welche er vorher nicht gedacht hat.

In der Rolle der Kollegin hat die Coachee erkannt, dass auch sie mit sehr vielen Vorwürfen arbeitet, bevor ein klarer Arbeitsauftrag angesprochen wird. Sie konnte die Kommunikation entsprechend lenken und hat auch die Kollegin direkt auf diese Situation angesprochen. Diese war sehr verwundert über diese Offenheit. Das Gesprächs- und Arbeitsklima hat sich stark verbessert.

Schauen Sie sich gerne das ganze Video auf Youtube an!

[youtube width=“600″ height=“365″ video_id=“https://www.youtube.com/watch?v=0x78HANSsF0″]

...kommen Sie mit sich selbst ins Gespräch
Perspekivenwechsel im Coaching

[dsgvo_facebook_like]

Null Bock im Job ? Gründe für ein frustriertes Berufsleben

Frustration, Lustlosigkeit und „Null Bock“ bei der Arbeit?

Wertet man im Coaching den Beginn der „Null Bock auf den Job“ Phase aus, so gibt es zwei Lager. Die einen „erwischt“ es ziemlich unerwartet und es war „auf einmal da“. Bei den anderen ist es ein schleichender Prozess, dessen Anfang gar nicht mehr genannt werden kann- teilweise sich über Jahre hinweg zieht.

Zu diesem Thema habe ich wieder ein Interview für Deutsche Welle Russland gegeben, welches heute veröffentlicht wurde (siehe Link)

Link zum Interview für Deutsche Welle Russland (auf russisch veröffentlicht)

„Man wartet bereits Montags auf das Wochenende“

Diese Lustlosigkeit bei der Arbeit. Man wartet Montags bereits darauf, das Wochenende ist. Strichlisten werden geführt, bis endlich wieder Urlaub ist. Im Urlaub kann dann zum Ende hin nicht mehr entspannt werden, da man mit den Gedanken schon wieder im Job ist. Auf der Arbeit selbst läuft dann auch nichts mehr richtig. Projekte scheinen uninteressant und aussichtslos. Die Kollegen nerven. Gemeinsame Pausen oder Aktivitäten lassen zunehmend nach oder werden komplett abgelehnt. Identifikation mit dem Job? Fehlanzeige.

„Steigende Selsbtzweifel bei Unzufriedenheiten im Job“

Einige meiner Coachees fielen dann in Selbstzweifel. Dass einfach alles schlecht läuft. Aber auch, dass man keinen Ausweg findet.

  • Wo soll man denn hin?
  • Welche Firma nimmt mich denn?
  • Was kann ich denn überhaupt?
  • Habe ich überhaupt auf meinen Job weiterhin Lust?

Einige Coachees sagen, sie wollen etwas komplett anderes. Eine komplett andere Stelle. Eine andere Branche.

Aber wie?

Die Frage im Coaching ist dann zunächst: warum? Auch wenn das Wort „Warum“ im Coaching eigentlich vermieden wird, da es in manchen Situationen als Vorwurfsvolle Fragestellung wirken kann, ist es in diesem Fall aber sehr wichtig herauszufinden, was der Auslöser für diese Lustlosigkeit ist. Und wann diese Lustlosigkeit angefangen hat.

„Ein Motivationslebenslauf beleuchtet die Rahmenbedingungen“

Hier wende ich im Coaching gerne ein effektives und Tool an. Das Erstellen eines Motivationslebenslaufes.
Hier wird an Zeitskalen jede einzelne Station im Berufsleben (bei jungen Menschen Schul- und Studienzeit) inkl. Nebenjobs Monatsgenau aufgeführt. Auf der vertikalen Zeitskala notiert man die Jahre, auf der horizontalen Achse von 1-10 (1= gar nicht, 10 sehr) die Motivation.

Nun beginnt man jede einzelne Station aufzuschreiben.

  • Wie motiviert war ich zu Beginn
  • wie ist die Motivationskurve verlaufen? Nach oben? Nach unten? Geradlinig?
  • Wann habe ich gekündigt/ wurde mir gekündigt/ habe ich die Stelle/ Position gewechselt?
  • Wie war dann meine Motivation?

Ist man dann am heutigen Punkt angekommen, schaut man sich ganz konkret die Rahmenbedingungen an. Was war ganz konkret die Rahmenbedingung bei jeder Veränderung der Motivationskurve. Ob Aufwärts- oder Abwärtstrend.

  • Wie waren die Kollegen?
  • Welche konkrete Aufgabe hatte ich?
  • Wie war das Verhältnis zu meinem Chef?
  • Zum Team?
  • Wie ausgelastet war ich?
  • War ich unterfordert, überfordert?
  • Hatte ich Perspektiven auf Entwicklung?
  • Wurden Zusagen gemacht, welche nicht eingehalten wurden?
  • Wie gerne bin ich zum Job gegangen?
  • Was war meine Intention? Meine Vision? Und so weiter.

Hier beschäftigt man sich ganz konkret mit jeder einzelnen Situation und beleuchtet Detailliert das gesamte Umfeld und die Rahmenbedingungen. Manchmal ergeben sich über die Jahre hinweg auf dem Diagramm Muster. Zu Beginn motiviert, es gibt Perspektiven, Aufstiegschancen, finanzielle und personelle Entwicklung. Ist ein Wunschziel erreicht, lässt die Motivation nach. Zum Beispiel weil das Team weg fällt und man nun der Team Leader ist. Der Vorgesetzte.

Obere Skala Kompetenzgefühl, untere Skala Zufriedenheit/ Motivation

„Ich möchte gar keine Führungskraft sein!“

Es gibt Coachees die haben bei diesem Tool für sich herausgearbeitet, dass sie immer dem Ziel gefolgt sind, eine Führungskraft zu sein. Wenn sie es waren, hatten sie auf den Job keine Lust mehr. Wurden frustriert. Es wurde auf dem Diagramm der Rahmenbedingungen transparent, dass sie stets auf Hochtouren gelaufen sind, wenn sie in einem Team gearbeitet haben. Wenn immer jemand als Chef da war, der die Aufgaben abgesichert und bestätigt hat. Direktes Feedback gegeben hat. Als sie dann das Ziel erreicht haben selbst Führungskraft zu sein, mussten sie die Aufgaben abnehmen. Feedbacks geben. Teamkollegen haben sich distanziert. „von oben“ kam ganz anderer Druck aber kein Feedback. Sie haben dann erkannt, dass sie keine Führungskraft sind und eigentlich auch nicht sein wollen.

“ Nicht eingehaltene Zusagen können ein Grund von wachsender Frustration sein“

Bei anderen stellt sich heraus, dass Zusagen der Geschäftsleitung nicht eingehalten wurden. Dass sie in Wartepositionen sind. Mehr wollen. Keine Perspektive für einen beruflichen Aufstieg mehr sehen. Nicht ausgelastet sind. Oder das die Kollegen nicht miteinander auskommen. Man die Aufgaben einfach annimmt und abarbeitet ohne einen Einfluss darauf zu haben.
Hier muss dann im Weiteren Coachingverlauf geguckt werden, wie man mit dieser Situation umgeht.

Reißleine ziehen und kündigen?

Aber nicht bevor man sich über das Warum und die Konsequenzen klar ist und auch wo es weiter gehen soll und welche Wiederholungsfehler vermieden werden sollten.

[dsgvo_facebook_like]

Videointerview Teil 1: Mit welchen Fragen kommen Coachees zu mir?

Es geht los. Das erste Videointerview der Kurzreihe ist Online!

wie vorangekündigt werden regelmäßig kurze Interviews rund um das Thema Coaching veröffentlicht.

Teil 1: Mit welchen Fragen kommen Coachees zu mir?

[youtube width=“600″ height=“325″ video_id=“Lpu4CnPPTgo“]

 

in diesem Video erkläre ich, mit welchen Fragestellungen Coachees zu mir kommen, bzw. was auch manchmal hinter einer Fragestellung stehen kann. Dies soll dazu dienen, sich einmal einen kurzen Überblick zu machen, welche Themenschwerpunkte in einem Coaching behandelt werden können.

Welche Fragestellungen gibt es im Coaching ? was beschäftigt andere Klienten?

Ich möchte hier im Blog Einblicke geben, mit welchen Fragestellungen Klienten zu mir kommen um Ihnen evtl. die Entscheidung zu erleichtern, zu einem Coach zu gehen. Oftmals höre ich im Vorgespräch ”ich weis aber nicht, ob dies die richtige Fragestellung für ein Coaching ist” oder “ach, das Problem könnten Sie auch mit mir lösen?” Es werden hier keine Details zum Coachingsetting gegeben oder Hinweise, die auf einen Klienten schließen lassen.

” Soll ich den Arbeitsvertrag unterschreiben oder lieber weiter studieren ?
” ich habe endlich den Festvertrag angeboten bekommen- jetzt will ich ihn nicht mehr?! Wiso ?”
” ich soll befördert werden – aber in einer anderen Stadt. Ich liebe aber Berlin ! Was ist die richtige Entscheidung ?”
” ich habe div. Ausbildungen und finde keinen passenden Job- Was ist für mich der passende Job?”
“Meine Eltern wollen, dass ich den Arbeitsvertrag unterschreibe. Ich traue mich aber nicht, weil ich nicht weis, ob es der richtige Job für mich ist”
“Ich habe ein Jobangebot das genau meinem Profil entspricht- aber schlecht bezahlt ist und ein Angebot für einen Job, den ich nicht mag aber eine Top Bezahlung. Wo soll ich unterzeichnen ?”
“ich habe ein Kind, einen Haushalt und mein Studium. Das überfordert mich gerade alles. Wie kann ich mich strukturieren ?”
“ich breche gerade mein Studium ab. ich weis genau, was ich jetzt alles nicht machen will. Aber was will ich ?”

kommt Ihnen hier etwas bekannt vor?

Dann vereinbaren Sie einfach ein unverbindliches Vorgespräch mit mir.

Ich freue mich auf Sie!

 

[dsgvo_facebook_like]

Demnächst: Video- Kurzinterviewreihe

Eine Kurzinterviewreihe mit mir über diverse Themen rund um das systemische Coaching.

In mehreren Kurzinterviews, á ca. 4-5 Minuten, erzähle ich über Beispiele aus der Praxis, Tipps, Erfahrungen. Also das, was es sonst in meinem Blog zu lesen gab, gibt es nun zu hören und sehen.

In Arbeit sind vorerst 10 Clips. Weitere sind geplant.

Die Dreharbeiten laufen, der Schnitt für den ersten Clip ist kurz vor der Fertigstellung.

Hören und sehen statt lesen.

Hier ein paar Screenshots vom Dreh.
#spannend

Kurzinterview rund um das Thema systemisches Coaching
Screenshots vom Kurzinterview rund um das Thema systemisches Coaching

„Demnächst: Video- Kurzinterviewreihe“ weiterlesen

Jannasch Coaching im LexOffice Interview

Vor kurzem interviewte mich Carola von LexOffice.

es ging um meine Arbeit als Coach und warum ich meinen Kunden die EC Kartenzahlubg gewähre, bzw. was ich mit dem Swiper für Erfahrungen gemacht habe.

Hier der Link zu dem vollständigen Interview und ein Auszug daraus.

[…]

lexoffice: Seit wann nutzt Du Lexware pay und wie gefällt es Dir?

Jens : Das Bezahlen mit Lexware pay biete ich meinen Kunden seit etwa einem Jahr an. Ich finde das Angebot klasse!

Meine Klienten coache ich teilweise auch außerhalb meines Büros und kann hier das flexible Zahlen via EC Karte einsetzen.

Das ist einfach, schnell, unkompliziert. Es gibt Kunden, denen ist es zu nervig, die per Post eingegangenen Rechnungen zu überweisen: Die lassen die Rechnung dann einfach mal liegen – unbezahlt. Vergessen.

Gerade die jüngeren Coachees nehmen mein Angebot gerne wahr, direkt mit Lexware pay zu zahlen.

Ein Vorteil ist auch die Übermittlung der Rechnung per Mail. Der Kunde hat sie also im Postfach und verbummelt sie nicht so schnell wie ein Zettelchen in der Geldbörse.

lexoffice: Wo und wie setzt Du Lexware pay ein?

Jens: Ich biete verschiedene Bezahlmöglichkeiten an. Bar vor Ort, per Rechnung oder halt mit Lexware Pay mit EC Karte. Die meisten Coachees bezahlen direkt in bar vor Ort. Sie finden aber alle das Angebot der EC Kartenzahlung interessant.

Gerade die jüngeren Kunden finden es „abgefahren“, wenn ich den kleinen Ansteckkasten aus der Tasche hole und ins iPad stecke. Aus purer Neugierde wie das wohl funktioniert haben schon Kunden mit EC Karte bezahlt und das Bargeld in der Tasche gelassen. Bei den geringen Transaktionsgebühren für mich auch kein Problem. Bin ja auch neugierig auf neue technische Entwicklungen.

Die Älteren haben dann eher Probleme mit der Unterschrift auf dem iPad. Dies ist jedoch eine ‚Bedienungsgewohntheit‘.

lexoffice: Gab es auch schon lustige Erlebnisse mit Lexware pay für Dich?

Jens: Ein Kunde, in dessen Büro ich gecoacht habe, hatte bereits bar gezahlt. Er hat dann aber nachgefragt, wie ich die EC Kartenzahlung außerhalb meines Büros anbieten kann. Ich zeigte ihm den kleinen Swiper. Er fand das spannend und wir mussten mehrere „Trockenbuchungen“ durchführen, weil er nicht glaubte, dass es tatsächlich funktioniert.

lexoffice: Schön, dass Du so zufrieden mit Lexware pay bist. Gibt es denn auch Dinge, die Du noch ändern würdest?

Es wäre schön, wenn die App auch noch fürs iPad angepasst würde, also mehr als eine vergrößerte iPhone-App ist. Mir würde es auch gut gefallen, wenn man Standardtexte, -angebote speichern könnte, die man nur noch anklicken muss, um sie auf der Rechnung einzufügen – ähnlich dem Service bei den lexoffice Buchhaltungslösungen. Vielleicht wäre hier auch eine Anbindung beider Programme möglich.

lexoffice: Welche Rolle spielen Communities, Soziale Netze und Business Networking für Dich?

Jens: Eine sehr große! Ich habe einen eigenen Blog, Profile bei Facebook, Xing, Google+, LinkedIn, Twitter und veröffentliche Artikel auf anderen Blogs und Webseiten. Das alles sind meine Akquiseportale.

Ich habe (noch) keinen Flyer oder Broschüren, die ich auslege oder versende, um Kunden zu bekommen. Meine bisherigen Coachees sind auf mich durch die Veröffentlichungen und – dämliches Wort: “Mundpropaganda“ aufmerksam geworden.

lexoffice: Was würdest Du KollegInnen empfehlen, die gerade erst in der Existenzgründungsphase sind?

Jens: Ich habe meine Freiberuflichkeit aus dem Angestelltenverhältnis heraus gegründet. Dies bot mir einen entspannten Aufbau meines Unternehmens.

Ich hatte keinen Druck, Kunden „um jeden Preis“ anzunehmen, sondern konnte vorerst mit weniger Terminen beginnen, um mich in die Abläufe einzufinden:

Akquise, Vorgespräche, was sage ich wie im Infogespräch, wie sind die Abläufe, wie lange dauert die Vor- und Nachbereitung.

So konnte ich Erfahrungen sammeln, mich als Coach festigen, mein Profil schärfen und anpassen ohne unter Existenzängste zu gelangen. Natürlich ein Luxus, wenn man dies aus einem Angestelltenverhältnis heraus machen kann.

Ich habe aber auch Bekannte, die haben ihren Job gekündigt und sich dann selbstständig gemacht und mussten anschließend sehr viel mehr kämpfen, um zu bestehen.

Für mich als Coach war es zu Beginn sehr hilfreich, in einem bestehenden, professionell arbeitenden Netzwerk Mitglied zu werden.

Hier habe ich in Netzwerktreffen den Austausch mit bereits selbstständigen Coaches gefunden, Tipps und Beratungen bekommen. Es wurden auch Ausschreibungen an Mitglieder veröffentlicht zu Kunden, an die man sonst nicht heran kommt.

Bei solchen Netzwerken sollte man sich die Profile vorab genau angucken und schauen, wo man sich selbst am besten fühlt und welche Seiten einem sympathisch sind.

Es gibt zum Beispiel im deutschsprachigen Raum eine bekannte Coaching-Plattform. Diese ist mir aber nicht sympathisch und somit bin ich Mitglied in einer etwas unbekannteren Community geworden – und fühle mich hier wohl und habe das Gefühl dass, weil sie wesentlich kleiner ist, der direkte Kontakt viel intensiver ist.

lexoffice: Wie kann man sich den Ablauf eines Coachings mit Dir vorstellen?

Jens: Als Coach bin ich bei Fragen der beruflichen Veränderung oder in Entscheidungssituationen für meine Coachees da. Ich arbeite mit Aufstellungstools. Ich berate nicht, ich bringe durch den Einsatz diverser systemischer Tools die Coachees dazu sich selbst die Fragen zu beantworten.

Das ist der Erfolg für meine Kunden, es verspricht Nachhaltigkeit. Wenn der Coachee selber erarbeitet hat, in welche Richtung es gehen soll, dann passt das auch meist.

Wenn ich in einer Beratung war, kann es sein, dass ich einen supermotivierten Trainer vor mir hatte, der mich absolut plausibel überzeugt hat. Aber ein paar Monate später merkt man: das passt aber eigentlich doch nicht so gut zu mir.

Im Coaching bleibt der Coachee der Profi in seinem System. Nur er weiß, wie seine „Umwelt“ funktioniert. Wie er auf bestimmte Jobs reagiert, wofür oder wogegen er sich engagieren würde. Er kennt seine Werte, für welche Konzerne er arbeiten möchte und für welche nicht.

Kennt er seine Werte nicht, so arbeiten wir diese heraus. Jeder hat sie, oft können sie jedoch nicht benannt werden. Man muss sich der Umwelt anpassen. Man kennt sehr gut alle Erwartungen „der anderen“ an einen selbst, ist aber manchmal nicht in der Lage seine eigenen Wünsche zu konkretisieren.

Hier ist die Aufstellungsarbeit ein wunderbares Werkszeug. Der Coach betrachtet alles von außen. Er hilft jedes Fragenkarussell getrennt voneinander zu betrachten. Man selber ist im Fragen Gewirr in einem Kreislauf.

Man schließt automatisch einige Dinge aus. Weil sie eh nicht funktionieren. So? Woher wissen Sie das? Im Coaching betrachtet man jeden Punkt detailliert. Trennt diese voneinander, fügt sie dann wieder zusammen. Mit anderen Erkenntnissen. Man benennt sie vielleicht das erste Mal konkret.

Mein Profil hatte ich ursprünglich für Coachees aus dem sozialen und pädagogischen Bereich, aus Non-Profitorganisationen und StudentInnen in Entscheidungssituationen geschärft.

In der Praxis kommen meine Coachees jedoch aus den unterschiedlichsten Bereichen. Tja. Wie sagte mein Professor:

Der Coachee sucht den Coach – nicht der Coach den Coachee :-)[…]

[dsgvo_facebook_like]

Jannasch Coaching im LexOffice Interview

Hobbys im Lebenslauf – Mein Interview für Deutsche Welle DW Russland

Vor ein paar Wochen erhielt ich eine Anfrage, ob ich für Deutsche Welle Russland ein Interview zum Thema „Angabe von Hobbys im Lebenslauf“ geben könnte. Bewerbungscoaching ist eigentlich nicht mein „Steckenpferd“. Da ich aber zur Zeit einen Coachee mit dieser Fragestellung habe, sagte ich diesem sehr gerne zu.

Da ich keinerlei russischkenntnisse habe, wurde das Interview in meiner Muttersprache geführt und dann auf russisch veröffentlicht. Das Interview führte Natalija Korolewa

Hier der Link zum Interview

Inhalt: Welches Hobby gibt man im Lebenslauf an und welches besser nicht- bzw.: muss man überhaupt Hobbys angeben?

Hierzu gibt es im Netz Zahlreiche Blog Beiträge und Ratgeber. Deshalb möchte ich hier nicht alles bereits beschrieben wiederholen. Vor kurzem wurden auch neueste Umfragen bei HR Verantwortlichen in Top Unternehmen ausgewertet. Es gibt keine eindeutige Antwort- Aber Tendenzen.

Die Nichtangabe von Hobbys sind laut der HR Verantwortlichen kein Ausschlusskriterium im Bewerbungsverfahren. Sie helfen den Personalern ein ganzheitlicheres Bild über den Bewerber zu erlangen.

Deshalb sollte man sich auch über die Angabe der Hobbys im Berufskontext Gedanken machen. Bungeejumping oder andere Extremsportarten als Hobbyangabe für eine Leitungsfunktion in einem Finanzunternehmen könnten allerdings kritisch bewertet werden. Mut zum Risiko ist hier nicht besonders gefragt.

Auch die Angabe von vielen Hobbys könnte kritisch bewertet werden. Die Frage kann aufkommen, was man denn eigentlich tatsächlich intensiv betreibt- oder ob man eher jemand ist, der gerne alles anfängt und dann schnell das Interesse daran verliert. Nicht gerade Traumkandidat für ein Unternehmen.

Zum Job passende Hobbys sind hier eine Empfehlung.

Bewirbt man sich im Sozial Media Bereich und gibt seine bestehenden Accounts an ( so denn sie richtig gepflegt sind), könnte dies einen Vorteil erzielen. Man kennt sich mit den Netzwerken und Netzwerkeln bereits aus.

Aber auch hier gilt Vorsicht: es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass sie für den eigentlichen Job keine Zeit haben könnten, da sie nur mit der Pflege der privaten Sites beschäftigt sind.

Und ein Tipp aus einem aktuellen Coaching:

schreiben Sie nur Hobbys auf, die sie auch tatsächlich ausüben.

Schreiben Sie keine Hobbys auf, die für den Job förderlich sein könnten, wenn sie diese nicht wirklich ausüben. Nichts ist peinlicher als in einem Vorstellungsgespräch einen Interviewer zu haben, der das „gleiche“ Hobby hat und euphorisch fachsimpeln möchte- und schnell bemerkt, dass sie vom genannten Hobby gar keine Ahnung haben. Schnell kommt die Frage auf, was denn noch alles Luftnummern in ihrer Bewerbung sein könnten. Das Bewerbungsverfahren ist dann schon für Sie beendet, bevor es richtig angefangen hat.

Also.

Gehen sie bei der Benennung von Hobbys in einen Perspektivwechsel.

Fragen Sie sich:

  • Was für einen Vorteil bringt mir die Angabe des Hobbys
  • Was möchte ich mit der Benennung des Hobbys ausdrücken
  • Was könnte mein Gegenüber für kritische Schlüsse aus dem Hobby ziehen – zum Beispiel: hohes Verletzungsrisiko und somit Ausfall für die Firma, Einzelkämpfer statt Teamplayer, hohe Risikobereitschaft, Hobby steht klar im Vordergrund- Job als Gelderwerb etc.
  • Ist es wirklich ein Hobby oder nur ein Lückenfüller?

Oftmals fällt es schwer sein Hobby kritisch zu hinterfragen. Man zieht daraus Energie und Freude. Man stellt sich nicht die Frage, was daran „falsch“ sein könnte. Nur ist es in der aktuellen Stellenbewerbung eventuell unpassend.

[dsgvo_facebook_like]

Mein Interview für t3n zum Thema Weihnachtsfeier

Weihnachtsfeier: Last und Lust des Networking-Klassiker

Mein Interview auf t3n, dem Print- und Online-Magazin für digitale Pioniere zu den Themen E- Business, Social Media, Startups und Webdesign. zum jährlichen Dauerthema Weihnachtsfeier.

Autor:Jan Thomas Otte, t3n

Willkommen zur Weihnachtsfeier – für manche schon mit dem Abwasch des letzten Fests das Networking-Event des kommenden Jahres, für andere eine leidige Pflichtveranstaltung. Wir haben die wichtigsten Punkte für euch zusammengefasst, damit eure nächste Weihnachtsfeier (noch) besser läuft …

Die Weihnachtsfeier? Kann auch im Vorhinein schon schief gehen.
Nörgler Andreas hat Angst, dass er bei der Beförderung übergangen wird, wenn er nicht zum Firmenevent geht. Marketing-Trainee Beate möchte nicht schon wieder von Christian aus der Buchhaltung angegraben werden und setzt sich lieber ans andere Ende des Tischs. Eben dieser Sofort-Duzer-Kollege wollte aber schon immer mal Beate ausquetschen, was denn diese schüchterne Kollegin aus der Nachbarabteilung, wie er findet, privat so für ein Typ ist. Die einen freuen sich darauf, mit Kollegen gemeinsam Zeit für ausgiebigen privaten Tratsch zu haben, die anderen schreckt genau das ab.

Unterhält man sich mit Freunden, Bekannten und Kollegen über die anstehende Feierlichkeit, geht es oft hoch her. Die einen sagen, dass man es sich schließlich verdient hat, vom Chef eingeladen zu werden und man selbstverständlich zu diesem Ritual hingeht, um ganz im Sinne einer Work-Life-Balance mit seinen Kollegen auch mal etwas trinken zu gehen. Die anderen gehen zu dieser Veranstaltung, „weil man es doch so macht“ und wieder andere machen (wenn möglich) einen großen Bogen um die Weihnachtsfeier und sind an diesem Abend leider schon anderweitig verabredet. Schließlich organisiert fast jeder Club seine eigene Feier, vom Angelverein bis zum Zweiradverband.

Diese Unsicherheit im Umgang mit dem „besinnlichen Fest“ vom Arbeitgeber für Arbeitnehmer (und umgekehrt) spiegeln zahlreiche Posts in Ratgeberforen wieder. Die mit am häufigsten gestellten und geklickten Fragen reichen von „Muss ich zur Weihnachtsfeier?“ über „Sind Weihnachtsfeiern Pflichtverantsaltungen?“ bis zum „Was passiert, wenn ich nicht zur Weihnachtsfeier gehe?“.

Die Weihnachtsfeier: Teambuilding bei Christstollen und Glühwein

Soziologisch betrachtet stärken solche Feste wie die jährliche Weihnachtsfeier, der Betriebsausflug oder ein anstehendes Firmenjubiläum die Gemeinschaft im Unternehmen. Denn meist werden alle Mitarbeiter (auch die weniger beliebten) zum netten Beisammensein eingeladen, dem Teambuilding über Abteilungsgrenzen hinaus inklusive Buffet und Freigetränken.

Jens Janasch arbeitet als Business-Coach, systemischer Berater und Elektro-DJ. Ein Personalleiter habe ihm mal gesagt, dass er es doch gar nicht einsehe. tausende von Euro in Mitarbeitertrainings zu investieren. Stattdessen stecke er dieses Geld lieber in die Weihnachtsfeier: „Da setzen sich alle zusammen, trinken ein, zwei Bierchen und alles ist wieder gut“, so der Personalchef.

Die Mär vom Geben und Nehmen

Jens hat mehrere Jahre Erfahrungen in der Kunststoff-Industrie gesammelt, als Ausbilder, Prozessentwickler und Teamleiter. Zusätzlich hat er eine sonderpädagogische Ausbildung gemacht und engagiert sich im Sozialbereich als Gruppenleiter. Dabei hat Jens die unterschiedlichsten Networking-Typen kennengelernt. Diese reichen vom emotional gesteigerten Geben, „weil doch Weihnachten ist“, bis zum Nehmen, um die zur Weihnachtszeit besonders große Hilfsbereitschaft anderer für sich zu nutzen.

Letztes Jahr war Jens wieder auf einer richtig tollen Weihnachtsfeier, auf die er sich schon lange gefreut hatte. Was war daran so besonders, dass es auch Weihnachtsmuffel glücklich macht? Jens lobt die Kommunikation der Kollegen untereinander. Und die sei nicht nur an diesem Abend förmlich korrekt: „Wir pflegen in unserem Team eine offene Kommunikation, das ganze Jahr über“, sagt Jens. Ohne es explizit Networking oder Teambuilding nennen zu wollen, würden heiße Debatten geführt, klare Absprachen getroffen, Projekte diskutiert, selbst mit Kritik werde zu dieser Jahreszeit erstaunlich konstruktiv umgegangen.

Umgang mit Lob und Tadel zu Weihnachten

Jens Janasch arbeitet als Business Coach, systemischer Berater und Elektro-DJ – Netzwerken kennt er aus beiden Perspektiven: Geben und Nehmen
„Wenn es Unstimmigkeiten gibt, werden sie angesprochen und nicht länger mit sich rumgetragen.“
Harmonie beim geselligen Glühweintrinken tut gut, vertuscht aber nicht jede Gemeinheit oder gar einen offenen Konflikt, der sich über das Jahr hinweg aufbaut. Jens’ Tipp dazu: „Wenn es Unstimmigkeiten gibt, werden diese angesprochen und nicht länger mit sich rumgetragen.“ Natürlich sei das ein Prozess, an dem man kontinuierlich arbeiten müsse, nicht nur zum gemeinsamen Anstoßen aufs neue Geschäftsjahr.
Ein gute Atmosphäre im Büro stellt sich nicht immer von heute auf morgen ein, manches Miteinander braucht mehr Zeit. Chefs kann man meist ebenso wenig ändern wie Kollegen, man könnte aber damit anfangen zu lernen, mit ihnen besser umzugehen. Zahlreiche Tools und Coaching-Möglichkeiten könnten diesen Prozess unterstützen, so Jens. „Dabei lernt man mit den Eigenschaften des Chefs umzugehen, ohne gleich zu kündigen oder die Kritik zu nah an sich persönlich ran zu lassen oder ständig dafür Rechenschaft ablegen zu müssen.“

Wenn Mitarbeiter das ganze Jahr über mit Gram, Neid und Leistungsdruck zur Arbeit gehen, der Chef die vergangenen Monate nur leere Versprechungen gemacht hat oder das Betriebsklima generell nicht stimmt, könne die Frage „Weihnachtsfeier ja oder nein?“ sogar zur inneren Zerreißprobe werden, findet Jens. Wer dagegen mit seinen Kollegen das ganze Jahr über bestens auskommt, freue sich natürlich, sie zum Weihnachtsfeier -Ritual in einem entspannteren Rahmen wiederzusehen.

3 Tipps für das Organisieren der nächsten Weihnachtsfeier

Betriebliche Weihnachtsfeiern sind vor allem in Großunternehmen eine Art Ritual. Es gibt weder einen gesetzlichen Anspruch auf das Durchführen einer Weihnachtsfeier, noch besteht für Mitarbeiter eine Anwesenheitspflicht. Der Ablauf von diesen Festen ist vor allem in größeren Betrieben seit Jahren identisch, bei Startups ist das anders: Man kennt sich noch nicht so lange, dafür aber fast jeder jeden aus den sich erst noch bildenden Abteilungen. Und einige junge Firmen beschäftigen schon Feel-Good-Manager.
Weihnachtsfeiern stärken den inneren Zusammenhalt im Kollegenkreis. Buffet oder Menü, Musik, Freigetränke tragen zu einem geselligen Abend bei. Nicht jeder ist gleich motiviert für diese jährlich stattfindende Veranstaltung. Das Motto „Weil man das so macht“ hört sich dabei eher an wie die klassische Konditionierung vom Pawlowschen Hund. Der russische Forscher Iwan Petrowitsch Pawlow fand vor 100 Jahren heraus, dass wir auf bestimmte Reize unbewusst reagieren – allgemein auch als die Macht der Gewohnheit bekannt.
Auch Weihnachtsmuffel wollen integriert werden. Einmal pro Jahr auf Knopfdruck Freude, Begeisterung und Anteilnahme am Leben der anderen Kollegen auszudrücken, ist kaum der richtige Weg zum cleveren Networking. Es hilft dagegen, sich schon im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wie man die Weihnachtsfeier am besten absagt, ohne in ein schlechtes Licht gestellt zu werden. Vielleicht geht man aber doch hin, aus Angst, etwas zu verpassen oder – noch besser – hilft vielleicht sogar bei der Event-Organisation, statt alle Jahre wieder zu motzen.

[dsgvo_facebook_like]

„Das Allerwichtigste, was ein Coachee mitringen sollte, ist den Willen, wirklich etwas zu verändern“

Business-Coach Jens Jannasch im Interview,

Teil II

Vor kurzem hat Jeannine Koch den 1. Teil des Interviews veröffentlicht. Gestern Abend ist der zweite Teil erschinen.

Wenn der Coachee den Coach interviewt: ein Feedback der anderen Art.

Lesen sie Hier das komplette Interview.

Teil III folgt 🙂

[quote]

Wer privat oder beruflich in einer Sackgasse steckt, oder einfach einmal eine neue Sichtweise auf Dinge des täglichen Lebens benötigt, geht entweder zur besten Freundin, zum Kumpel aus der Schulzeit oder aber holt sich professionelle Hilfe, zum Beispiel durch ein gezieltes systemisches Business-Coaching.

Jens Jannasch, zertifizierter Business-Coach, 38 Jahre alt und Vater einer dreijährigen Tochter, lebt gemeinsam mit seiner Freundin in Berlin, wo ich mich mit ihm zum Interview traf. Im ersten Teil des Interviews sprachen wir unter anderem über seine eigene bewegte Jobgeschichte, über berufsbegleitende Weiterbildungen, über den Ablauf eines Coachings und was man als Coachee zu ersten Stunde eigentlich mitbringen sollte. Zudem wollte ich mehr über seine Bewegründe als Business-Coach zu arbeiten, erfahren. Im zweiten Teil geht es vor allem darum, wie ein Business-Coaching genau abläuft und mit welchen Themen und Fragen man bei Jens richtig und gut aufgehoben ist.

Jeannine: Wie genau läuft denn so ein Coaching ab?

Jens: Der Coachee kommt in der Regel mit einem speziellen Problem zu mir. Dieses Problem sollte in eine Fragestellung umgewandelt werden. Die Fragestellungen sind teilweise sehr allgemein und lauten dann zum Beispiel: „Wo soll´s zukünftig beruflich hingehen“? oder „Was kann ich?“. Jeder Coachee kann jedoch ebenfalls mit einer sehr speziellen Frage starten. Dann kann man eine Fragestellung für jede einzelne Sitzung definieren, dies dient am Ende einer Sitzung auch als Erfolgsmessung für den Coachee. Es gibt auch Hausaufgaben auf, die man entweder bis zur nächsten Sitzung oder aber bis zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt erledigt haben sollte. Aber das Allerwichtigste, was ein Coachee mitbringen sollte, ist den Willen, wirklich etwas ändern zu wollen, und damit dann auch die Bereitschaft und die nötige Zeit daran zu arbeiten.

Jeannine: Wie viele Sitzungen benötigt man denn pro Fragestellung etwa?

Jens: Zwischen sechs und acht Sitzungen sind es etwa, aber das kann man nicht pauschalisieren. Es sollte keine Langzeitgeschichte daraus werden, sonst besteht die Gefahr, sich auch als Coach in dieser Fragestellung nicht mehr abgrenzen zu können. Aber auch hier kann man nicht pauschalisieren. Ich kenne Coaches, die begleiten ihren Coachee seit längerer Zeit- mit wechselnden Fragestellung

Jeannine: Was sind für dich „Lieblingsfälle“, also Fragestellungen, die für dich auch immer wieder eine Herausforderung darstellen?

Jens: Alles rund um die Entscheidungsfindung! Das ist wahnsinnig spannend, weil es eine Grundlage gibt und man anhand dessen herausfinden kann, warum da eigentlich zwei Positionen gegeneinander stehen (was am Ende manchmal auch gar nicht mehr der Fall ist!). Außerdem gibt es hierfür ein tolles Tool, was fantastisch funktioniert, das Tetralemma – es macht einfach Spaß damit gemeinsam mit dem Coachee die mögliche(n) Lösung(en) zu erarbeiten.

Jeannine: Inwiefern grenzt sich Coaching von Therapie ab?

Jens: Es gibt Coachingsettings, da ist es eine Gratwanderung. Aber generell sollte ein guter Coach auf Grund seiner Vorerfahrung und Empathie die Grenze zwischen Therapie und Coaching erkennen und auch seine eigenen Grenzen erkennen und ggf. Coachingsettings abbrechen. Es darf auf keinen Fall passieren, dass ein Coach Laienpsychologie betreibt. Das sind komplett unterschiedliche Bereiche und Ausbildungsniveaus. Es gibt auch die Meinung in Fachkreisen, dass Menschen mit psychischen Einschränkungen von Nichtpsychologen nicht gecoacht werden sollten. Das finde ich eine pauschalisierte Ausgrenzung. Auf Grund meiner Erfahrung im Bereich mit psychisch erkrankten Menschen kann ich zum Beispiel die Grenzen gut erkennen. Ich hatte mehrere Coachees, die begleitend zum Coaching in Therapie waren. Das war eine sehr sinnvolle und effektive Ergänzung. Die Themen, welche im Coaching zum Beispiel in einer Aufstellung aufgekommen sind, wurden parallel in der Therapie besprochen. Wir haben uns in den Settings zum Beispiel um die berufliche Perspektive gekümmert, während die Therapie die Hintergründe bearbeitete. Um hier Grenzen gut und schnell erkennen zu können, sollte man sich stetig weiterbilden. Die Fortbildung „Psychopathologie für Coaches“ gibt hier zum Beispiel einen ersten Einblick in die Thematik.

Jeannine: Was hat dir die Weiterbildung zum Business-Coach persönlich gebracht?

Jens: Ich habe größeres Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen erhalten und dabei meine eigenen Stärken und Schwächen besser kennengelernt. Zum Beispiel habe ich über mich gelernt, dass für mich Verbindlichkeiten eine sehr große Rolle spielen und, dass ich im Berufsleben nicht mit Kollegen und Vorgesetzten klar komme, die jeden Tag ihre Aussagen und Meinungen ändern oder Unwahrheiten verbreiten. Im beruflichen und auch privaten Alltag muss man jedoch lernen damit umzugehen. Man kann die anderen nicht verändern. Diese Erkenntnis hat sehr gut getan und einiges in meinem Leben erleichtert. Eine andere Erkenntnis in der Ausbildung war, dass ich eine sehr hohe „Empathiefähigkeit“besitze. Also Dinge wahrzunehmen und auszusprechen, die einem an dem Gegenüber auffallen, wie Körperhaltung, Stimmlage, Finger knacken, Atemgeschwindigkeit etc. Ich dachte, dass das jeder hätte und dies demnach eine Selbstverständlichkeit sei.

Jeannine: Warum sollten Coachwillige zu dir kommen?

Jens: Allgemein gesagt: Ein Coachee steht für mich immer im Mittelpunkt! Er muss sich bei mir nicht verstellen, denn ich bin selbst authentisch und durch meine emphatischen Fähigkeiten würde ich dies sowieso sofort erkennen. Ich habe mein Studium im fünften Semester abgebrochen und bin seither diesen Weg als Job Coach und nun auch als Business-Coach gegangen – dies war vielleicht nicht die einzige Option, aber für mich die beste! Und genau diese, für jeden einzeln betrachtet, „beste Option“, möchte ich mit dem Coachee gemeinsam erarbeiten.

Jeannine: Was ist deine persönliche Perspektive hinsichtlich deiner Tätigkeit als Coach?

Jens: Dass sich meine Tätigkeit als Business-Coach langfristig genauso gut in den beruflichen Tagesablauf integrieren lässt wie jetzt und, dass ich viele Coachees weiterhin bei der Lösung ihrer Probleme unterstützen kann.Und natürlich viele positive Feedbacks auf der Website, hahahahahaha…

Jeannine: Danke Jens, für das interessante Gespräch und die Darlegung deiner Beweggründe als Business-Coach zu arbeiten. Vor fast zwei Jahren war ich selbst einmal Coachee bei dir und kann nur sagen, dass mir diese Settings extrem weitergeholfen haben. Mehr hierzu in einem der nächsten Blogposts!

Über die Autorin:

Die gebürtige Berlinerin Jeannine Koch (geb. Bahrke) ist diplomierte Medienberaterin. Im August 2010 beendete sie am Institut für Sprache und Kommunikation an der TU Berlin ihr Studium. In ihrer Abschlussarbeit behandelte sie das Thema „Über den öffentlichen Umgang mit privaten Daten am Beispiel Facebook“. Zudem studierte sie Anglistik/ Amerikanistik und Neuere Deutsche Philologie an der HU und TU Berlin sowie International Communication an der Macquarie University in Sydney, Australien. Nach ihrer Rückkehr 2009 arbeitete sie als Werkstudentin in der Telekom Dependance „Products & Innovation“ in Berlin und verantwortete bis Oktober 2010 den Bereich Social Media des Online TV Guides „tvister“. Von 2010 bis 2011 war sie Head of Marketing & Communications des Berliner Schuhlabels ZEHA Berlin. Seit 2012 ist sie bei der IGA Berlin 2017 zuständig für die Bereiche Marketing & Communications.

[/quote]

[dsgvo_facebook_like]

www.jeanninekoch.de

Foto (C) Florian Dietrich

Interview als Feedback ?!

Ein Interview als Feedback zum Coaching!

Ein Feedback der ungewöhnlichen aber sehr erfreulichen Art erhielt ich vor kurzem von einer ehemaligen Coachee, der Medienberaterin Jeannine Koch. Sie war vom Coachingsetting so angetan, dass sie mehr über Business Coaching und meine Beweggründe Coach zu werden wissen wollte und interviewte mich.

Das Ergebnis- als Teil 1- können Sie hier lesen. Teil 2 folgt.

„Who is my Self? What is my Work?“…

Wer privat oder beruflich in einer Sackgasse steckt, oder einfach einmal eine neue Sichtweise auf Dinge des täglichen Lebens benötigt, geht entweder zur besten Freundin, zum Kumpel aus der Schulzeit oder aber holt sich professionelle Hilfe, zum Beispiel durch ein gezieltes systemisches Business-Coaching. Jens Jannasch, zertifizierter Business-Coach, 38 Jahre alt und Vater einer dreijährigen Tochter, lebt gemeinsam mit seiner Freundin in Berlin, wo ich mich mit ihm zum Interview traf. Wir sprachen unter anderem über seine eigene bewegte Jobgeschichte, über berufsbegleitende Weiterbildungen, über den Ablauf eines Coachings und was man als Coachee zu ersten Stunde eigentlich mitbringen sollte. Zudem wollte ich mehr über seine Bewegründe als Business-Coach zu arbeiten, erfahren.

Jeannine: Jens, du bist zertifizierter systemischer Business-Coach, das ist jedoch eigentlich „nur“ eine Zusatzausbildung zu deinem eigentlichen Beruf als Job Coach beim Integrationsmanagement einer WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen). Was genau machst du als Job Coach und inwiefern hilft dir hierbei deine Weiterbildung zum Business-Coach?

Jens: Die Berufsbezeichnung „Job Coach“ gibt es eigentlich gar nicht, es existiert bisher auch keine richtige Ausbildung hierfür- außer für ein bestimmtes Integrationsprojekt. Im Jahr 2008 wurde in meinem Unternehmen diese Abteilung gegründet, um die Integration von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt nachhaltig voranzutreiben. Ziel ist es hierbei, eine Kommunikation auf Augenhöhe zu ermöglichen. Dies gelingt uns immer stärker, wir sind aktuell Marktführer in diesem Bereich, die Erfolge werden durch Nachhaltigkeit der bestehenden Arbeitsverhältnisse bemessen.

Jeannine: Was genau versteht man unter dem Begriff „systemisches Coaching“?

Jens: Systemisches Coaching legt darauf Wert keine Vorgaben zu erteilen, sondern durch Fragen eigene Erkenntnisse im Coachee auszulösen. Das heißt, ich als Coach schaue neutral von außen auf das System des Coachees und begleite ihn auf dem Weg zu eigenen Entscheidungen. Es ist ein sogenannter Lösungs- und Ressourcenorientierter Ansatz. Systemisches Coaching ist auf Luhmanns Systemtheorie bzw. der Ansätze der Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg begründet. Auf das Business-Coaching übersetzt bedeutet das:

  • Nur der Coachee ist Experte in seinem eigenen Umfeld

  • Die Wahrheit liegt beim Coachee

Der Coach darf nicht werten, er darf maximal motivieren. Fragen müssen formuliert werden, um lediglich sicher zu stellen, dass der Coach die Aussage richtig verstanden hat. Jede Art von Wertung bzw. „Vorgabe des Coaches“ kann sofort einen „Clash“ von Wertvorstellungen und Klischees zwischen Coach und Coachee bedeuten und dies ist im systemischen Coaching nicht gewollt. Es ist auch der Sprachgebrauch des Coachees zu verwenden. Eine Umformulierung in die Sprache des Coaches kann Schwierigkeiten mit sich bringen. So etwas bärge die Gefahr, dass der Coachee in der Interpretation des Coaches etwas anderes verstünde oder sich mißverstanden fühlte. Der Coachee soll Experte beim Lösen des Problems sein, der Coach ist der Experte auf dem Weg dorthin.

Jeannine: Du sprichst auf deiner Website auch davon, dass man dadurch einen Perspektivwechsel erlangt, war das bei dir während der Ausbildung auch der Fall?

Jens: Ja, die Weiterbildung war ein riesiger Perspektivwechsel für mich. Während der Ausbildung erhält man eine Auswahl an Tools als Handwerkszeug, wie man ein Coaching durchführen kann. Jedes Tool ist anders und stellt eine unterschiedliche Herangehensweise in den Vordergrund. Innerhalb der Ausbildung muss man für jedes Tool eine eigene Frage mitbringen. In meiner Ausbildung waren es ca. 25 Tools die sehr intensiv behandelt wurden, also 25 Fragen, die teilweise auch recht stark ans Eingemachte gehen. Es gibt aber bücherweise Coachingtools und somit sehr viel Potential die Perspektiven und Sichtweisen zu wechseln.

Jeannine: Welche Menschen kommen zu dir?

Jens: Aktuell ist es ein spannender Querschnitt aus Anwälten, Menschen aus der IT – und Kreativszene, Studierende, aber auch aus großen Unternehmen. Ursprünglich lag mein Fokus auf dem pädagogischen/ sozialen Bereich, NPOs (Non Profit Organisationen) und Studenten. Diese Zielgruppe fühlt sich auch von mir angesprochen, aber eben nicht nur – was auch für mich schön und spannendend ist. Schon in der Ausbildung wurde uns gesagt: Der Coachee findet meist seinen Coach. Nicht umgekehrt“.

Jeannine: Wie ist es mit Coaching von guten Freunden, Bekannten und Verwandten? Kann man Leute, die man gut kennt neutral coachen?

Jens: Ja, das geht, aber man muss es komplett trennen! Der am Vormittag besprochene Coachinginhalt darf abends an der Bar dann kein Thema mehr sein. Wenn es Themen sind, die einen selbst betreffen oder beschäftigen, können manchmal unangenehme Situationen entstehen, dann sollte man gucken, ob es sinnvoll ist, das Coaching weiterzuführen oder es besser abzubrechen.

Jeannine: Muss man sich als Coach selbst einem Coaching unterziehen?

Jens: Als professioneller Coach sollte man selbst zu Supervision gehen. Dies dient dazu, den eigenen Standpunkt zu orten oder auch sich und seine Arbeit zu reflektieren. Es gibt Themen im Coaching, die sind sehr kräftezehrend, sowohl für den Coachee als auch für den Coach.

Zudem ist man in der Ausbildung zu jedem Tool gleichzeitig auch Coachee, um zu erleben, wie die Tools wirken. Hierzu muss man je eine eigene und reelle Fragestellung erarbeiten. Aufgrund des umfangreichen Toolkoffers, den man während der Ausbildung erlernt, erarbeitet man sehr viel über sich selbst.

Jeannine: Du bist seit 5 Jahren Job Coach im Integrationsmanagement – das bringt dir diese Weiterbildung hinsichtlich deines Jobs?

Jens: Ich bin nun in der Lage unsere Mitarbeiter, im Bezug auf Berufswünsche und Berufsorientierung direkt und wertfrei zu coachen. Zudem lässt es sich im Kontakt mit anderen Unternehmen sehr gut anwenden, zum Beispiel bei Verhandlungs- und Akquisegesprächen und im Kontakt mit den jeweiligen Personalabteilungen. Auch die Qualität der eigentlichen Job Coachings, die wir durchführen, lässt sich dadurch spürbar verbessern.

Jeannine: Gibt es einen Leitgedanken, nach dem du deine Arbeit als Business-Coach aufbaust?

Jens: Einen einzigen Leitgedanken gibt es nicht. Die Gedanken, die mich nach wie vor in meiner Arbeit beeinflussen kommen von Otto Scharmer, er fragt „Who is my Self? What is my Work?“ und genau diese Fragestellungen stehen meist auch in meinen Coachings im Mittelpunkt.

Daneben fasst ebenfalls das Zitat von Einstein: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“ ganz gut die Arbeit eines Coaches zusammen. Wobei es natürlich wichtig ist, die Ist-Situation zu sehen, um die Zukunft daraufhin einzustellen. Und wenn ein bekannter Weg ständig falsch oder in der Sackgasse endet, muss man eben die andere Abzweigung nehmen.

Jeannine: In Berlin gibt es sicherlich mehr als einen Business-Coach: Was hebt dich von den anderen ab?

Jens: Aufgrund meiner 10-jährigen Erfahrung in der Industrie und nun 10-jährigen Arbeit im sozialen Bereich, vor allem auch als Job Coach, konnte ich Einblicke in Strukturen und Berufsfelder sehr unterschiedlicher Natur erlangen. Dies ermöglicht es mir, mich vielfältig in verschiedene Arbeitsprozesse hineinzudenken. Gerade Coachees, die sich in einem beruflichen Veränderungsprozess befinden, kann ich durch dieses profunde und verschiedenartige Hintergrundwissen eine Hilfestellung sein. Nicht in Form einer Beratung natürlich, denn dies wäre kein Coaching, sondern durch die Klaviatur und Art und Weisen der Fragestellungen, die mir als Business-Coach gegeben sind. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal meiner Arbeitsweise ist meine ausgeprägte Empathie. Wie bereits erwähnt, ist das etwas, was man nur schwer, oder eben gar nicht erlernen kann. Innerhalb eines Settings ist zwar das gesprochene Wort und dessen Hermeneutik sehr wichtig, aber aussagekräftiger als dies, kann mitunter das nicht Gesagte sein. Die Körperhaltung und die Reaktionen der Person auf gewisse Inhalte, kann mir als Coach zum Teil viel mehr Hinweise auf kommende Fragestellungen geben.

Jeannine: Wie und wo können potentielle Coachees auf dich aufmerksam werden?

Jens: Ich habe eine Website, auf der ich regelmäßig Blog-Beiträge zu meinem Thema veröffentliche. Ich bin auf Twitter und Facebook unterwegs, habe ein Profil bei LinkedIn und bin eigentlich auch überall angemeldet, wo es wichtig ist, zum Beispiel bei karriereexperten.com und bei diversen Datenbanken. Zudem schreibe ich Gastbeiträge und gebe Interviews, so wie dieses hier.

Jeannine: Danke Jens, für das interessante Gespräch und die Darlegung deiner Beweggründe als Business-Coach zu arbeiten. Im Zweiten Teil dieses Interviews geht es um die Vorgehensweisen innerhalb eines Coachings und darum, was man als Coachee selbst zur Vorbereitung mitbringen sollte.

Über die Autorin:

Die gebürtige Berlinerin Jeannine Koch (geb. Bahrke) ist diplomierte Medienberaterin. Im August 2010 beendete sie am Institut für Sprache und Kommunikation an der TU Berlin ihr Studium. In ihrer Abschlussarbeit behandelte sie das Thema „Über den öffentlichen Umgang mit privaten Daten am Beispiel Facebook“. Zudem studierte sie Anglistik/ Amerikanistik und Neuere Deutsche Philologie an der HU und TU Berlin sowie International Communication an der Macquarie University in Sydney, Australien. Nach ihrer Rückkehr 2009 arbeitete sie als Werkstudentin in der Telekom Dependance „Products & Innovation“ in Berlin und verantwortete bis Oktober 2010 den Bereich Social Media des Online TV Guides „tvister“. Von 2010 bis 2011 war sie Head of Marketing & Communications des Berliner Schuhlabels ZEHA Berlin. Seit 2012 ist sie bei der IGA Berlin 2017 zuständig für die Bereiche Marketing & Communications.

1458488_640398022680902_4466839441395823237_n-550x269

[dsgvo_facebook_like]

3 persönliche Fragen

Vor kurzem hat Maja Skubella von Karriereexperten.com mir drei persönliche Fragen  als Coach gestellt. das Ergebnis wurde hier http://ow.ly/d/1Bhy  veröffentlich und können Sie im folgenden nachlesen.

1.    Auf welche Themengebiete haben Sie sich im Coaching spezialisiert?

Veränderungsprozesse und Entscheidungsfindung sind die Hauptthemen meiner Coachees. Diesen Schwerpunkt habe ich mir nicht bewusst gesetzt- vielmehr kamen die Coachees mit diesen Fragestellungen zu mir. Wo möchte ich hin, was möchte ich überhaupt, schaffe ich das denn? sind hierbei die Kernfragen.

Meine Coachees sind StudentInnen in Entscheidungssituationen und Fach- und Führungskräfte, hauptsächlich aus dem sozialen- und pädagogischen Bereich.

2.    Aus welchem Bereich kommen Sie und warum haben Sie diesen Weg letztendlich eingeschlagen?

Ich habe 10 Jahre in der Kunststoff- Industrie gearbeitet und bin jetzt im 10. Jahr im sozialen Bereich. Schon immer habe ich mich um Weiterbildungen und Qualifizierungen der Kollegen und Mitarbeiter gekümmert- und um meine eigene. Im Studium zum Berufsschullehrer habe ich dann gemerkt, dass vorgefertigtes Wissen zu vermitteln mir schwer fällt- habe das Studium abgebrochen und über meine Ausbildung zur Fachkraft für Arbeits-und Berufsförderung die Systhemtheorie für mich entdeckt. An der Katholischen Fachhochschule Berlin habe ich Einblicke in die systemische Beratung bekommen. Seit 5 Jahren bin ich Hauptberuflich Job Coach für Menschen mit psychischen und/oder geistigen Behinderungen. Um meine Arbeit hier zu professionalisieren bin ich von der Freien Universität Berlin zertifizierter systemischer Business Coach / Personal Coach geworden. Bereits im ersten Modul habe ich festgestellt, dass diese Art der „Beratung“ genau die Unterstützung ist, die meinem Wertsystem entspricht. Durch gezielten Einsatz von Tools den Coachee in einen Veränderungsprozesse bringen, ohne ihm dabei einen Rucksack an Erfahrungen aufzuzwingen. Keine kurzen Erfolge, sondern Nachhaltigkeit zu erzielen. Seit Ende 2012 biete ich Coachings auch freiberuflich an, da ich gemerkt habe, dass der Bedarf in diesem Bereich sehr groß ist- obwohl es schon eine „Flut“ an Coaches auf dem Markt gibt. Aber wie eingangs beschrieben: nicht ich suche mir meinen Coachee, sondern der Coachee findet mich.

 3. Welcher Teil des Coachings gefällt Ihnen am besten?

a) Das Vorgespräch: das zueinanderfinden und kennenlernen

b) Die erste Stunde mit der evtl. ersten Aufstellung für den Coachee

c) Die teilweise verblüfften und nachdenklichen Situationen, nach einer erfolgreichen

Aufstellung

d) Wenn der Coachee sagt: „danke!“ Und ich ihm nachhaltig unterstützen konnte.

e) natürlich das positiven Feedback und die

Weiterempfehlung.

[dsgvo_facebook_like]

Interview über meine Arbeit als Job Coach und meine Buchveröffentlichung

Svenja Hofert hat mit mir vergangene Woche ein Interview über mein kürzlich erschienenes Buch “Business Coaching bei Menschen mit psychischer und/oder geistiger Behinderung” geführt.

Das Ergebnis ist unter folgendem Link zu sehen.

Vielen Dank nochmals an Frau Hofert und den Karriereexperten für das Interesse an diesem Thema !

Interview

[quote]

Coaching ohne Handicap: Interview mit Jens Jannasch

jensjannaschJens Jannasch ist zertifizierter systemischer Coach der Freien Universität Berlin. Ich habe ihn für ein Interview in meinen Blog ausgewählt, weil er etwas Ungewöhnliches tut: Seit fünf Jahren arbeitet er hauptberuflich als Jobcoach in einer der größten Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Über dieses spannende Thema hat er auch ein Buch geschrieben.

Während des Studiums habe ich als Nebenjob u.a. Menschen mit Down-Syndrom betreut. Kann man Menschen mit Behinderung coachen? Auch aus meiner Erfahrung in dieser Arbeit stelle ich mir das schwierig vor…

Doch das geht. Selbstverständlich auch abhängig von der Schwere der Behinderung. Natürlich braucht man etwas andere Herangehensweisen und mehr Zeit, um Übungen zu erklären. Aber die Wirkung ist erstaunlich – und nicht anders wie bei jedem anderen auch. Coaching öffnet neue Perspektiven und kann einen Motivationsschub auslösen.

Mit welchen Tools arbeitest du dabei?

….

das komplette Interview finden sie
hier

[/quote]

[fblike]

Personal-alle Chancen genutzt? LAGeSo Interview

…zwar schon etwas älter, habe ich aber gerade beim surfen im Netz entdeckt. Ein Kurzinterview zur

[quote]Arbeitgeberveranstaltung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales / Integrationsamt in der Landesvertretung Schleswig-Holstein, am 25. November 2011.
Demographischer Wandel, Fachkräftemangel, Gewinnung neuer Mitarbeiter/-innen, Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit – dies sind Themen, mit denen Sie sich, als Arbeitgeber täglich auseinandersetzen müssen.
Die damit verbundenen Fragestellungen betreffen auch Beschäftigte mit Schwerbehinderung sowie leistungsgewandelte Mitarbeiter/-innen. Für das Berliner Integrationsamt ist dies der wichtigste Anknüpfungspunkt, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, Ihren Bedarf zu erfahren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.[/quote]

[youtube width=“600″ height=“365″ video_id=“Bfj1g8D_l28″]