Führungskräftecoaching / Außenseiter – Spitzenreiter

Mein letzter Coachee ist ein Geschäftsführer im Non-Profit-Bereich. Er hatte diese Position relativ neu übernommen. Zuvor war er jahrelang in Leitungspositionen in diversen Industrieunternehmen beschäftigt. Zu Beginn seiner neuen Tätigkeit waren seine größten Bedenken, ob er seine Denkweise von der gewinnmaximierenden Industrie in eine Non-Profit-Organisation umdenken kann.
Es stellte sich jedoch sehr schnell heraus, dass er sich hier sehr gut und schnell eingefunden hatte.
Sein Problem waren also nicht die Zahlen, sondern das Personal. Für ihn ist es ungewohnt, dass neue Konzepte, Pläne und Aufträge „(…) scheinbar endlos ausdiskutiert werden müssen, bevor irgendjemand den ersten Schritt in die Praxis übernimmt“. Hinzu kommt, dass es ständig Streitereien im Team untereinander gibt. Seine Fragestellung im Coaching war, wie er mit dieser neuen Herausforderung umgehen sollte.
Im folgenden wird der Coachee als Herr X. bezeichnet.

1. Setting

Gleich zu Beginn des Settings bat ich Herrn X., das Team um ihn herum zu beschreiben. Er benannte einen „faulen Kollegen“, einen „stillen Außenseiter“, einen „Klischee Pädagogen“, eine „Labertasche“, und eine Person, die sofort alles umsetzen will, was der Chef sagt ohne zu verstehen, was dieser eigentlich meint und benannte ihn „Schleimer“.
Als ich ihn bat sich die Bezeichnungen seines Teams anzusehen stellte er erstaunt fest, dass sie alle sehr negativ benannt wurden und er scheinbar niemanden im Team hat, mit dem er sich vorstellen könnte etwas gemeinsam aufzubauen.
Er sollte nun für jede Person fünf positive Eigenschaften benennen. Dies viel ihm anfänglich äußerst schwer, jedoch konnte er nach einer Weile fünf Eigenschaften jeder Person zuschreiben. Hierüber kamen wir dann über jede einzelne Person ins Gespräch.

2. Setting

Das Feedback zur letzten Stunde war folgendermaßen: Herr X. erzählte, dass er sich am Folgetag des ersten Coachings zum ersten Mal seine KollegInnen genauer und aus einer neuen Perspektive heraus angesehen hatte. Zudem wollte er herausfinden, wie sie ihre – von ihm benannten – positiven Eigenschaften in der täglichen Arbeit einsetzen.
Ich bat ihn nun, sein Team im Raum aufzustellen. Anschließend sollte er sich für jeden Kollegen aufstellen und in der Rolle der jeweiligen Person seine Sicht der Dinge schildern.
Dieses Setting war sehr ergiebig, denn er sprudelte auf jeder Position sehr emotionale Standpunkte heraus. Nach jeder Personenaufstellung gingen wir in die Metaebene und besprachen diese Personen.
Nachdem das gesamte Team aufgestellt wurde war Herr X. sehr überrascht von den Ergebnissen. Zum einen, da er dem Tool einer Aufstellung anfangs skeptisch gegenüberstand. Zum anderen hat er sich in der jeweiligen Rolle tatsächlich jedes Mal anders gefühlt und hat in den jeweiligen Rollen die Argumente für deren Standpunkte ganz klar definieren können.

3. Setting

Direkt bei der Begrüßung teilte mir Herr X. mit, dass er mir etwas ganz Wichtiges und Interessantes mitteilen müsse. Er sagte, es sei faszinierend! Er sagte, er habe in der Woche nach dem Setting mit jedem einzelnen Kollegen gesprochen. Er bat diese zu benennen, was sie an ihn für Erwartungen haben und gab ihnen ebenfalls Feedback. Hier baute er dann Punkte ein, welche er in der Aufstellung der jeweiligen Person erarbeitet hat. Er sagte, „denen ist die Kinnlade aus dem Gesicht gefallen“ und er hatte das erste Mal seitdem er dort tätig ist Gespräche, welche auf einer komplett anderen Ebene statt fanden.
Was ihn aber am meisten faszinierte war, dass er in der Aufstellung bemerkte, dass der „stille Außenseiter“ der Einzige im Team ist, der scheinbar mit ihm auf einer Wellenlänge schwamm und alle Aufgaben mit der nötigen Weitsicht erledigte. Diesem Kollegen ging jedoch auch das ewige ausdiskutieren gegen den Strich. Da er schon viele Jahre im Unternehmen war, zog er sich aus diesen Debatten immer zurück und erledigte in der Zwischenzeit seine Aufgaben.
Diese Mitarbeitergespräche waren der Grundstein für einen großen Teamentwicklungsprozess im Unternehmen, welchen wir in 3 weiteren Coachingsitzungen in groben Umrissen ausarbeiteten.

Eines der Ergebnisse:
Vom Außenseiter zum Spitzenreiter!
Dies gilt sowohl für Herrn X., welcher sich im Unternehmen einen festen Stand und ein hohes Ansehen sicherte; als auch für den „stillen Außenseiter“, welcher durch Anerkennung und klare Arbeitsaufträge unglaubliche Veränderungen vollzog und zum Team- und Projektleiter benannt wurde.

Hier hat es sich wieder eindrucksvoll gezeigt:
Man kommt schnell bei neuen Aufgaben an Herausforderungen, welche einem anfangs unüberwindbar erscheinen. Oftmals kommen Gedanken wie: „Ich stehe ganz alleine da, wie soll ich das ohne Unterstützung nur alles schaffen“?
Im Coaching kann man diese Situationen benennen und sie bearbeiten. Es kommt nicht immer zu dem gewünschten Ergebnis, denn ein Coaching ist keine Wunderspritze gegen alles, was schief läuft. Aber ein Coaching verändert oftmals die Perspektive und die Sichtweisen und ermöglicht es neue Herausforderungen meistern zu können.

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Mein Ebook ist erschienen !

Business Coaching wird hauptsächlich in Führungseben angewendet. Aber wie ist die Umsetzung bei Menschen mit geistigen und/oder psychischen Einschränkungen? Oftmals haben diese Menschen andere Fragestellungen – aber denselben Bedarf an professionellem Coaching. In dieser Arbeit gebe ich einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten – aber auch die Grenzen im Coaching mit Menschen mit Behinderung.

Mit dem Erwerb dieses Ebooks unterstützen Sie die weitere Zusammenarbeit mit beschriebenen Coachees und die Weiterbearbeitung dieses wichtigen Themas.

Falls Link nicht funktioniert:
http://www.grin.com/de/e-book/231836/business-coaching-bei-menschen-mit-psychischer-und-oder-geistiger-behinderung

(C) Christian Klauss
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Mitmachaktion: 10 Dinge über mich als Coach

Ok. Ich gebe es zu. Ich wollte schon immer mal bei einer „Blog Parade“ mitmachen. Aber irgendwie habe ich nie die Geduld und Zeit dazu gehabt (?! wenn ein Coachee von mir diesen Satz sagt, hinterfrage ich diese „Ausrede“ natürlich als erstes). Aber da ich die Mitmachaktion von Natalie Schnack„10 Dinge über mich“ von meiner Coach-Kollegin als zeitlich überschaubar und dennoch effektiv finde, beginne ich einfach mal mein Vorhaben lansgam in die Tat umzusetzen.

  1. Schon bei Punkt eins merke ich: an einer Blogparade ist doch wahrscheinlich schneller teilgenommen, als sich mit 10 Dingen über sich selbst auseinander zu setzen…
  2. ich finde Coaches, die den Showmaster spielen und den Coachee dadurch beeindrucken wollen furchtbar anstrengend. Ich will meine Coachees nicht beeindrucken. Ich möchte, dass sie sich selbst beeindrucken.
  3. Empathie ist eine meiner großen Stärken.
  4. Ich gehe mit meinen Coachees schnell aus der Komfortzone „sitzen und reden“ raus. Meist sitzen wir nur maximal die ersten 10 Minuten im Setting.
  5. Ich höre sehr gerne zu. Und ich höre auch sehr gerne zwischen den Zeilen zu. Ich kann mir Wortlaute sehr gut sehr lange merken und baue sie dann bei passender Gelegenheit gerne in meine Fragen ein.
  6. Ich glaube, ich bin der einzige Coach mit Piercings ?
  7. Ich habe trotz der Piercings sehr viel Erfolg und sogar mehrere Abschlüsse
  8. Auf Grund meiner langjährigen beruflichen Erfahrung in der Industrie, meinem Studium und der Arbeit seit 10 Jahren im sozialen Bereich habe ich sehr eng mit unterschiedlichsten Personengruppen zusammengearbeitet. Für diese Kentnisse bin ich besonders dankbar. Denn Denkweisen können- stellt man diese Branchen gegenüber- teilweise nicht unterschiedlicher sein. Und diese Erfahrung nützt mir im Coachingsetting oftmals sehr viel.
  9. Meine langjährige Dj Karrierre im Bereich elektronischer Musik hat mir auch eine ordentliche Portion Menschenkenntnis, Lebenserfahrung und vor allem Kreativität im Umgang mit Tools und Klienten auf den Weg gegeben.
  10. für mich steht zuerst der Coachee im Vordergrund, dann die wirtschaftliche Kalkulation. Diesen „Luxus“ kann ich mir leisten, da ich Hauptberuflich als angestellter JobCoach unterwegs bin.

So. Wie in Punkt 1 erwähnt: Zeitmanagement ist dahin. Und es sind, wie im Coaching auch, Prozesse gestartet worden, die nur dann passieren, wenn man sich „mal“ mit sich selbst auseinander setzt. Und das nicht nur 5 Minuten, sondern etwas länger. Ich freue mich schon auf meine nächste Supervisionssitzung
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Mein Fachvortragsthema heute in Leipzig:

Guten Morgen Leipzig.
Mein Fachvortragsthema heute:
„Teilnehmerbewertungen von Leistungen beruflicher Bildung- Möglichkeiten der Teilnehmerbefragung und Einrichtung eines Teilnehmerbezogenen Beschwerdewesens“
für die Reha Consulting VRG Gruppe

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